Reh im Schnee

In diesem Video ist eine kleine Sippe von Rehgeißen zu sehen, die an vom Jäger ausgebrachtem Trester – Überresten ausgepresster Äpfel – fressen:

  • rechts eine Ricke, vermutlich das Muttertier der anderen beiden Geißen
  • in der Mitte ein Schmalreh, also eine Geiß im zweiten Lebensjahr
  • links ein Kitz, eine Geiß im ersten Lebensjahr

Dass es sich um Geißen handelt, kann man nicht zuletzt am sogenannten Spiegel erkennen.

Der Spiegel ist die helle Behaarung des Rehwilds am Hinterteil.

Im Winter ist dieser Spiegel beim Rehbock nierenförmig. Bei der Ricke aber wirkt er durch die herabhängende Fellbüschel (Schürze) herzförmig.

Der Spiegel hat für die Tiere eine Signalfunktion:

Bei Erregung oder Gefahr wird das Haar des Spiegels weit gespreizt, so dass er besonders groß und weiß erscheint.

So wird bei der Flucht gewarnt und den nachfolgenden Sippenmitglieder ein optisches Signal gegeben.

In nachfolgender Bilderserie kann man sehr anschaulich sehen, wie das Kitz seinen Spiegel spreizt:

Der Grund, warum das Kitz hier seinen Spiegel spreizt, ist das Nahen einer anderen Rehsippe. In dieser befindet sich auch ein junger Bock.

Gehörnanstätze, sogenannte Rosenstöcke, haben sich im Januar oft noch nicht herausgebildet.

Sicher erkennen kann man den Bock dann am Fehlen der Schürze und dem sogenannten Pinsel, einem Haarbüschel am Bauch zwischen den Hinterschenkeln:

Die Ricke der ersten Sippe war in dieser Situation vorsichtig und trat als erste den Rückzug an. Als sie stehen blieb und sich nach dem Schmalreh und dem Kitz umsah, entstand jenes Bild, welches ich für den Monat Januar des Kalenders ausgewählt habe: