Pfeifente im Empfinger Tälesee

Schon an der deutschen Nordseeküste gilt die Pfeifente (Mareca penelope) mit einem Bestand von 20 bis 35 Brutpaaren als absolute Rarität. Umso mehr erregte der Besuch einer männlichen Pfeifente im Empfinger Tälesee am südöstlichen Rand des Landkreises Freudenstadt im September 2025 großes Aufsehen.

Durchzügler im Rasthabitat

Selbstverständlich handelte es sich bei diesem Exemplar um einen Durchzügler. Die Bruthabitate der Pfeifente liegen in Nordeurasien, so etwa auf Island, in Schottland und Nordengland sowie in Skandinavien. Im August beginnen sie mit ihrem Zug in die Winterquartiere, die überwiegend an den Küsten von Mittel-, Süd- und Westeuropa liegen.

Sängerin auf dem Wasser

Die Pfeifente ist eine Sängerin am Wasser: Ihr simpler, in der Höhe abfallender Pfeifton trägt weit und lässt sie schon vonWeitem hörbar werden. Aufgrund ihres verhältnismäßig kleinen Körpers verliert sie bei niedriger Umgebungstemperatur viel an Wärme, weshalb sie fortlaufend auf Nahrungssuche ist – nicht selten auch unter der Wasseroberfläche.

Stockenten tiefenentspannt – Blässhuhn wird zum Stresshuhn 

Mit einer Körperlänge von 45 bis 51 cm zählt die Pfeifente zu den mittelgroßen Schwimmenten. Damit ist sie etwas kleiner als unsere hiesige Stockente, die mit einer Körperlänge von 50 bis 60 cm zu den großen Schwimmenten zählt. Die ortsansässigen Stockenten wirkten ob des seltenen Gasts im Empfinger Tälesee entsprechend tiefenentspannt.

Anders verhielt es sich mit den Blässhühnern. Diese zeigten sich not amused über den potentiellen Nahrungskonkurrenten. Obwohl mit einer Körperlänge von 36 bis 39 cm deutlich kleiner, attackierten sie den „Eindringling“ immer wieder. Sehen Sie selbst:

Textnachweis:
Artikel „Pfeifente“, in der App „NABU-Vogelwelt“

Artikel „Pfeifente“, in: Südbeck et al., Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands, 1. überarbeitete Auflage, Münster 2025, S. 122 f.