Eine besondere Vorliebe besitzen Feuersalamander für in Waldnähe gelegene, schattenreiche Friedhofsanlagen mit Altbaumbestand.

Sie bieten den Tieren bei günstiger Konstellation nahezu ideale Lebensmöglichkeiten:

  • eine räumliche Verzahnung mit dem nahen Wald
  • Strukturvielfalt durch Grabhügel, Grabsteine, Saumbiotope aus Hecken und Gebüschen, alte Laubbäume mit Efeubewuchs im Traufbereich
  • hohe Bodenfeuchtigkeit durch bewässerte Gräber
  • bodennahe Brunnen zum Wasserzapfen bzw. -schöpfen sowie gefasste Quellbecken in Bodennähe
  • keine Störungen durch Menschen während der nächtlichen Aktivitätsphase

Der Talfriedhof im unteren Talheim in Horb am Neckar ist ein solcher günstiger Ort.

Seit langem lebt hier eine große Population an Feuersalamandern. Die unmittelbare Nähe zur Steinach und das naturnahe Mauerwerk wirken sich hier besonders positiv aus.

Bei Salamanderwetter – ca. 10°C, hohe Luftfeuchtigkeit, kein Wind – kommen die Tiere im letzten Abendlicht aus den Ritzen der Mauer geschlüpft.

Entlang der Mauer oder sogar die Mauer hoch machen sie sich auf ihren kurzen Weg zum Friedhof.

Diesen sollte man bei Dunkelheit nicht ohne Taschenlampe überqueren, um nicht Gefahr zu laufen, einen Feuersalamander unter die Schuhsohlen zu bekommen. Denn mitunter sitzen die Tiere dort auch mitten auf dem Weg.

Der Strukturwandel im Bestattungswesen – vermehrte Feuerbestattungen – ändert inzwischen die allgemeine Beerdigungskultur auf öffentlichen Friedhöfen.

Von daher könnten sich die Bedingungen für Feuersalamander auf unseren Friedhöfen mittelfristig verschlechtern und diese dort zunehmend verschwinden. In Horb-Talheim dürfte dies aber nicht der Fall sein.

allgemeine Fakten zu Feuersalamandern auf Friedhöfen: https://de.wikipedia.org/wiki/Feuersalamander